Das Geheimnis der Mango-Bäume

(Khole-Ruine Bungi)

Verträumt sitzt sie am Meer und beobachtet den unbeschreiblichen Sonnenuntergang, der das Wasser in eine goldene Farbe taucht. Leichte Wolken ziehen noch am Himmel vorbei, bis das Ufer und der Strand in ein tiefes Schwarz gehüllt sein werden. Sie ist eine omanische Prinzessin, Khole ist ihr Name und ihre Schönheit legendär. Jeder weiß das, obwohl die wenigstens sie wirklich gesehen haben. Zurückgezogen lebt sie in einem Palast und hängt jeden Abend ihren Träumen nach. Der endlose Ozean gibt die fantastischsten Gedanken frei – es ist, als kann nichts und niemand diese Sehnsucht aufhalten, die sich in ihrem Kopf manifestiert. Am Tage gibt es viel Arbeit auf den Nelkenplantagen, die auf ihren Ländereien angelegt sind. Ihr Vater, der Sultan, hat Khole dies alles vermacht und sie ist ihm ewig dankbar dafür.

Aber trotz der Herrlichkeit gibt es etwas, was sie vermisst. Sie ist einsam trotz des Hofstaates, der allgegenwärtig ist. Sie kann ihre Träume nicht ausleben, ihr Herz wird schwer. Schleichend aber unaufhaltsam. Jeden Morgen schaut sie in den Spiegel und sie erkennt ihre Schönheit, so lange, bis sie eines Tages den ersten Sklaven zu sich ruft. „Gefalle ich dir?“ fragt sie ihn und erreicht damit, dass dieser voller Verlegenheit nur unverständliche Wortfetzen stammelt. ‚Was möchte die Herrin von mir?‘ geht es ihm durch den Kopf und er soll es bald erfahren. „Ich möchte, dass du heute nacht bei mir bleibst“, sagt Khole, wohlwissend, dass es damit um ihren Ruf geschehen sein könnte. Der Sklave ahnt, dass ihm nichts Gutes widerfahren wird, so verheißend das Angebot auch sein mag. Nichts anderes bleibt ihm übrig – er verbringt die Nacht bei seiner Herrin. Der Sonnenaufgang naht, bei Khole schleicht sich Ernüchterung ein, aber auch Unbehagen. Sie ruft ihren Leibwächter und entwickelt in Sekundenschnelle einen teuflischen Plan. Gehorsam versichernd zieht sich jener zurück. Unterdessen erwacht der Liebhaber aus seinen süßen Träumen. „Guten Morgen, mein Lieber“, säuselt Khole, „ich habe so eine wunderbare Nacht mit dir verbracht, zur Belohnung möchte ich dir die Freiheit schenken. Mein Leibwächter wird dich auf das Boot nehmen und zum Festland fahren. Ich schenke dir die Freiheit.“ Der Sklave, taumelig vor Freude und allen Argwohn des Abends vergessend, findet nicht genug Worte des Dankes und hält sich bereit.

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