Vorwort

Unguja, die Hauptinsel des Sansibar-Archipels, hat nicht nur
eine Weltkulturerbe-Hauptstadt oder den bezaubernden Ozean
mit einer fantastischen Tierwelt zu bieten, sie birgt auch so
manches Geheimnis.
Da gibt es die Shirazi-Kultur, aus dem Morgenland kommend,
die omanische Kultur, welche von den Sultanen geprägt wurde,
aber auch den animistischen Glauben, der immer noch in der
Bevölkerung verwurzelt und allgegenwärtig ist. Alles vermischt
sich zur Swahili-Kultur und lässt uns diese wundervolle Insel in
geheimnisvollem Licht erscheinen.
Die Dorfbewohner nehmen uns gern mit und berichten uns über
alte Ruinen, schauerliche Höhlen und merkwürdige Begebenheiten.

Wir werden in diesem kleinen Büchlein die Insel durchstreifen
und dem einen oder anderen Geheimnis oder Aberglauben auf
die Spur kommen.
Wenn Sie, lieber Leser, ebenso Abenteuerlust bekommen sollten,
finden Sie am Ende des Buches Kontaktdaten, die Ihnen für Ihre
eigene Erkundungstour auf Sansibar weiterhelfen.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und Entdecken!

Das Dickicht ist unheimlich und die überdimensionalen Bäume knarren furchterregend. Der Boden fühlt sich morastig an, es ist das Ende der Regenzeit. An manchen Stellen wird der Wald undurchdringlich, da sich brackige Seen gebildet haben. Hoch oben im Geäst der Mahagoni-Bäume ist das Geschrei der Affen zu hören. Überdimensionale Riesen-Waldheuschrecken sitzen an den Bäumen, welche vom Alter nicht verschont geblieben sind. Die Seen mitten im Wald lassen Tiefe erahnen und wie könnte es anders sein, dort müssen „Anakondas“ leben, oder zumindest der riesenhafte Python, der sich durchs dichte Gestrüpp des Bodenbewuchses schlängelt. Der Mann, der sich ein Haus in dieser Wildnis gebaut hat, zwischen den Waldriesen, inmitten der geisterhaften Rufe, bleibt ein Geheimnis. Korallenstein hat er verwendet und die Stämme der alten Bäume als Stützen benutzt. Ein Forscher, ein Eremit? Er ist ein Zugereister, einer ohne Angst mit sicher christlichem Glauben. Jeden Morgen verlässt er sein Haus und schaut, was der Wald heute für ihn bereithält. Behutsam nimmt er seine Pfade, lauscht dem Gesang der Vögel und dem Treiben der Meerkatzen und Colobus-Affen. Die einen sind blau, die anderen rot, wobei letztere zutraulicher sind. Er kann sie füttern und sich mit ihnen unterhalten, was die Einsamkeit erträglich macht. Für Farbtupfer sorgen Schmetterlinge und zur Belustigung die Elefantenspitzmäuse, welche durchs Unterholz huschen. ‚Alles hat seine Bestimmung‘, sinniert der Mann, ,und alles eine tiefere Bedeutung.‘ Er hängt seinen Gedanken inmitten der vielfachen Lautgebilde nach und wird auf einmal gewahr, wie diese absterben. Schlagartige Stille macht sich breit. Es ist, als ob der Wald den Atem anhält. Was ist geschehen? Der Mann spürt Bedrohung und er fängt an, sich schleunigst davonzumachen, möglichst leise, aber so schnell es geht. Er weiß, wer ihm Schutz und Antwort geben kann und beflügelt seine Schritte. Da ist sie schon, die kleine Hütte im Wald, fast eine Höhle, umgeben von bunten Bändern, welche im Luftzug flattern. „Hodi“, ruft der Mann und der Medizinmann und Zauberer des Waldes bittet ihn hinein. „Was ist hier im Wald?“, fragt er, „Sag mir Medizinmann, warum kommt der Wald mir heute so gefährlich vor? Er ist still geworden, als läge er im letzten Atemzug.“ Der Medizinmann räuspert sich und spricht unverständliche Worte. Dabei wird er immer lauter und die Worte formen sich zu einer Beschwörungsformel. Das letzte Aufkreischen eines Affen dringt zu ihnen in die Hütte, dann wird es mucksmäuschenstill. Ein seltsames Geräusch dringt durch - ist es überhaupt ein Geräusch? Etwas streift um die Hütte, etwas Lautloses, Unheilverheißendes und dann folgt urplötzlich ein markerschütterndes Gebrüll. Der Mann wird starr vor Angst, aber der Medizinmann, immer noch in seinen monotonen Gesang vertieft, scheint keine Notiz davon zu nehmen, denn er ist in Trance. Der Mann aber ist Forscher, er will es wissen, was war das um alles in der Welt? Vorsichtig lugt er hinaus und da sieht er ihn, den Leoparden, fast unscheinbar im Gebüsch, mit schauerlichem Antlitz. Er scheint sich hier auszukennen und der Mann erkennt, es ist sein Areal, er ist nicht zum ersten Mal an diesem Ort. „Du wirst glauben“, spricht der Medizinmann auf einmal in sein Ohr. Er nähert sich fast unbemerkt, so wie die Bestie da draußen. Der Mann, immer noch von Grauen erfüllt, schaut auf den Leoparden, den „Chui“. Dieser faucht noch einmal, wird still und fliegt durch die Luft davon. „Ich träume“, spricht er wie zu sich selbst. „Wer weiß“, antwortet der Medizinmann und vertieft sich wieder in die Welt der Geister.

Pemba, Wete

Seit uralter Zeit sammeln sich die großen Flugfüchse an vier bis fünf alten Riesen-Bäumen an diesem ungewöhnlichen Ort auf Ungujas Nachbarinsel Pemba. Es sind ca. 1000 an der Zahl, die tagsüber abhängen und sich in der Dämmerung in die Lüfte erheben und in die Schwärze der beginnenden Dunkelheit flattern. Aber einer ist unter ihnen – keiner weiß genau, woher genau er kommt – der Popobawa, der Flugfuchsdämon, der die Menschen schreckerbleichen lässt und für den auch der Ozean kein Hindernis zu sein scheint. Sichtungen soll es 1970 auf Pemba, 1995 in Stone Town und 2007 in Daressalam gegeben haben.
Wald-Expedition

Wald-Expedition

Jozani Forest

Marion Kirlum, Hartigstraße 3, 01127 Dresden   marionkirlum@aol.de

 „Schatzsuche auf Sansibar –eine Reise zu geheimnisvollen Orten“

Autorin: Marion Kirlum  Reiseleiter: Ismail Mcha

Buchinformationen:

Hardcover, DIN A5 hoch, 88 Seiten mit Farbillustrationen

Preis pro Buch: 13,90 €, Versandkosten pauschal: 3,00 €

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